01.04.2008

von B°

Neuschwanstein vollendet

Die Schlösserverwaltung vollendet Schloss Neuschwanstein. Die Bauarbeiten werden wieder aufgenommen und das Märchenschloss erhält einen neuen Turm.

Schloss Neuschwanstein, Blick von der Marienbrücke © Bayerische Schlösserverwaltung.

125 Jahren nach der zwangsauferlegten Baupause führt die Bayerische Schlösserverwaltung ab dem Jahr 2009 den Bau des bislang nur als Torso unvollendet gebliebenen Lieblingsschlosses von König Ludwig II. zu Ende.
 
Nach originalen Bauplänen werden der größte Turm des Schlosses, der Bergfried, die Schlosskapelle sowie der sogenannte Bärenzwinger mit einem Gesamtkostenvolumen von rund 18,5 Millionen Euro vollendet. So realisiert die Schlösserverwaltung das Gesamtbild des Schlosses, wie es sich Ludwig II. erträumte. Die Bauarbeiten dauern rund zwei bis drei Jahre. Ab 2011 können die Besucher dann das bayerische Märchenschloss endlich im Originalzustand erleben. Und Ludwigs Traum geht somit exakt 125 Jahre nach seinem Tod in Erfüllung.
 
Als im Jahr 1886 nach dem Tod Ludwigs II. sämtliche Bauarbeiten eingestellt wurden, war das Gebäude noch lange nicht vollendet. Gerade erst hatte man mit den Arbeiten am größten Turm des Schlosses, dem Bergfried, begonnen, als diese bereits wieder eingestellt werden mussten. Leere Staatskassen waren die Begründung. Das Fundament und die Sockelzone des Bergfrieds, der das östliche Gegengewicht zum Palas, dem Herrenhaus, bilden sollte, sind aber in der Gesamtanlage noch ablesbar. Direkt gegenüber dem Torhaus, dem Eingangsbereich zum Unteren Schlosshof, ist die Sockelzone des Bergfrieds als Ausbuchtung in die Stützwand zum Oberen Schlosshof erkennbar. Sein Grundriss wurde – ebenso wie der Grundriss ihm angelagerten Kapelle – als Steinreihe in den Boden des Oberen Schlosshofs eingefügt und kann so noch nachempfunden werden.
 
Öffentlichkeitswirksamste Baumaßnahme und Symbol für den Freistaat
 
„Endlich können wir das vollenden, was sich der König erträumt hatte“, sagt der Bauabteilungsleiter der Bayerischen Schlösserverwaltung, Mathias Pfeil. Gemeinsam mit dem Staatlichen Bauamt Kempten, das für die Baudurchführung verantwortlich sein wird, beginnt die Bayerische Schlösserverwaltung diese wohl öffentlichkeitswirksamste Baumaßnahme des Freistaats, sobald letzte Planungsschritte im Herbst dieses Jahres abgeschlossen sind. Im Bergfried werden Wohnungen für den Schlossverwalter sowie Übernachtungsmöglichkeiten für Staatsgäste untergebracht.
 
„Das haben sich die Bayern immer gewünscht, endlich vollendet wird das Märchenschloss noch mehr zum Symbol für den Freistaat werden“, betont der Leiter der Schlossverwaltung Neuschwanstein, Rudolf Reiser. Für die Jahre nach 2011 rechnet er mit einem deutlich erhöhten Besucheransturm in Schwangau.

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